Stellungnahme zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung
Stellungnahme der Betroffenenvertreter*innen des Inklusionsbeirats
Internationaler
Tag der Menschen mit Behinderung am 03.12.
Stellungnahme zu mehr Inklusion.
Anlässlich
des Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung wenden sich
Betroffenenvertreter*innen des Ulmer Inklusionsbeirats an die Öffentlichkeit: Das
Statement wurde von Vera Perkovac verfasst. Sie ist Betroffenenvertreter*in der
Angehörigen von Menschen mit Behinderung und setzt sich für Ihre Tochter
Theodora, die mit der Besonderheit des Down-Syndrom auf die Welt gekommen ist und
andere Betroffenen ein, in Bildung, Arbeitsmarkt und Kultur mehr Inklusion zu
wagen.
„Im
Ulmer Inklusionsbeirat kommen Menschen zusammen, die betroffen sind, sich
(beruflich) engagieren, sich gegenseitig zuhören und Vielfalt leben. Der Beirat
setzt sich mit Ideen, Vorschlägen und Aktionen dafür ein, dass auch Menschen
mit Besonderheiten im Stadtbild sichtbar sind, wertgeschätzt werden und
selbstbestimmt leben können.
Aufgrund
eigener Betroffenheit bin ich Teil dieses Rates und wünsche mir für meine
13-jährige Tochter Theodora, die mit der Besonderheit der Trisomie 21 auf die
Welt kam, dass ihre Persönlichkeit, ihre Stärken und ihr durch die
Eingliederungshilfe gedeckter Unterstützungsbedarf in der Schule auch weiterhin
zueinander passen. Dies wünsche ich mir auch für alle Betroffenen in unserem
Kreise und darüber hinaus.
Umfassende
Teilhabe macht glücklich. Der Eingliederungshilfe kommt dabei eine
Schlüsselrolle zu. Ihre Bewilligung nimmt die Bedürfnisse, Herausforderungen
und Träume der Betroffenen ernst und eine inklusive Gesellschaft entsteht.
Es
ist ein Weg, eine Haltung, eine Chance und ein Ziel. Inklusion ist das Bekenntnis
und der Einsatz für Werte wie Menschlichkeit und Toleranz im Alltag. Teilhabe
tröstet, ermutigt und stärkt die sonst Ausgegrenzten und ihre Angehörigen. Inklusion
ist eine Bereicherung, Horizonterweiterung und Chance für unsere Gesellschaft
In
der UN-Behindertenrechtskonvention ist diese Verpflichtung auch von Deutschland
2009 ratifiziert worden. Wertschätzung, Respekt und Verständnis werden
rechtlich garantiert.
Besondere
Menschen, Menschen mit Behinderung, die scheinbar anders sind, dürfen nie
wieder ausgegrenzt und bewertet werden, Opfer von Sparmaßnahmen werden! Vielmehr
sind das Bekenntnis auch der politisch Verantwortlichen zur Inklusion und ihre
Verwirklichung entscheidend.
Inklusion
darf keine Randerscheinung sein, denn sie schützt und stärkt unsere Demokratie.
Ihre Verwirklichung ist das gelebte Gedenken an die Opfer der
NS-"Euthanasie", ja die Würdigung aller, die Opfer der grausamen
Tötungsmaschinerien im Nationalsozialismus wurden. Der Blick in den Abgrund
dieser Unmenschlichkeit sollte für immer Ansporn und Motivation für die
Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft sein. Vor dem Hintergrund der
politischen Entwicklung in diesem Land ist das wichtiger denn je, kommt der
Inklusion eine herausragende Bedeutung zu.
Mit
freundlichen Grüßen,
Vera
Maria Perkovac, Mitglied im Inklusionsbeirat der Stadt Ulm
und
weitere Betroffenenvertreter*innen des Inklusionsbeirats.
V.i.s.d.P.:
Oliver Arnold
Inklusionsbeauftragter
Wilhelmstr. 22
89073 Ulm
Telefon 0731/161-5331
Telefax 0731/161- 805331
o.arnold@ulm.de