Die Sprecherinnen
Für den Zeitraum 2024 - 2026
© Sabine Fischer
Die fünf Sprecherinnen werden alle zwei Jahre von den
stimmberechtigten Mitgliedern des Frauenforums gewählt. Gemeinsam mit den
Leiterinnen des Frauenbüros planen und organisieren sie die vier jährlichen
Sitzungen des Forums sowie Sonderveranstaltungen zu frauenpolitischen Themen.
Gleichzeitig vertreten sie das Netzwerk nach außen und wirken in verschiedenen
Arbeitskreisen mit.
Unsere Sprecherinnen profitieren von einem großen Netzwerk
engagierter Frauen, vom direkten Austausch mit den Stadträtinnen und von der
fachlich fundierten Unterstützung des Frauenbüros. Im gemeinsamen Engagement
für mehr Gleichstellung in Ulm bringt jede Sprecherin ihre persönlichen
Stärken, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre persönlichen frauenpolitischen
Themen mit ein.
Die aktuellen Sprecherinnen des Frauenforums sind: Ditte
Endriß (bpw Ulm), Dr. Karin Graf (Einzelfrau), Dr. Marie-Kristin Hauke
(Einzelfrau), Franziska Wiker (Einzelfrau).
Als geborene Ulmerin
war ich über 30 Jahre im Gesundheitswesen angestellt und habe heute eine Praxis
für Kinesiologie und Coaching.
Lange Zeit habe ich Erfahrungen als
alleinerziehende Mutter von 3 Kinder gesammelt, die ich in meine ehrenamtlichen
Aktivitäten bei BPW-Ulm e.V. und dem Frauenforum Ulm mit einbringen kann.
Seit 2022 bin ich als
eine der Sprecherinnen gewählt. Hier ist es mir wichtig, meinen Teil dazu
beizutragen, dass wir Frauen unseren Platz in der Gesellschaft behalten und
weiter stärken.
Ganz besonders liegt
mir am Herzen, dass wir Frauen, egal welcher Herkunft, zusammen in
Wertschätzung und Respekt füreinander den momentanen menschenunwürdigen
Strömungen entgegenwirken.
© Dr. Karin Graf
Mein
Name ist Karin Graf. Ich arbeite als Ärztin an der Uniklinik Ulm in der
Neurologie und bin 1979 zum Studium nach Ulm gekommen. Ursprünglich stamme ich
aus Frankfurt. Ich lebe sehr gerne in Ulm, wohne seit 1988 in
Gögglingen-Donaustetten und habe zwei Kinder. Diese waren auch der Auslöser für
mein politische Engagement.
Ich
war 30 Jahre lang Ortschaftsrätin in unserem Ort, 25 Jahre durfte ich mich als
Gemeinderätin für unsere Stadt kommunalpolitisch engagieren. Von Anfang an habe
ich mich für Frauenthemen eingesetzt. Frauen sind es, die die städtischen Räume
nutzen, die Kita-Plätze benötigen, um arbeiten zu können, die im ÖPNV unterwegs
sind. Frauen sind auch diejenigen, die der Wohnungsmangel hart trifft, die auf
Grund von Scheidung geringe Einkünfte und Renten haben. Das und vieles mehr hat
mich lange Jahre beschäftigt.
Im
Ortschaftsrat konnte ich zusammen mit meinen Mitstreiterinnen erreichen, dass
das Gremium bis 2024 paritätisch besetzt war. Und auch im Gemeinderat haben wir,
die Gruppe „Mehr Frauen in den Gemeinderat“ fast Parität erreicht. Das ist
wichtig, denn wenn Frauen sich nicht für ihre Belange einsetzen, wer soll es
dann tun??
Fast
von Anfang an habe ich mich auch im Bündnis gegen Menschenhandel und
Zwangsprostitution engagiert. Über die Jahre habe ich gelernt, dass
Gleichstellung leider immer noch nicht wirklich gegeben ist. Im Gegenteil –
derzeit scheint eine Rückwärtsbewegung stattzufinden in traditionelle weibliche
Rollenbilder, mit Frauenhass, verbalen, körperlichen und psychischen Angriffen.
Das ist der Grund, warum ich mich nach meiner langen politischen Zeit trotzdem
weiterhin Frauenthemen widmen will. Als Sprecherin im Frauenforum fühle ich
mich am richtigen Platz.
Idealerweise
ist das Frauenforum für mich ein Treffpunkt, Diskussionsort und Netzwerk für
alle Frauen in Ulm: Geschäftsfrauen, Selbstständige, Arbeitnehmerinnen,
Hausfrauen, arbeitslose Frauen, Studentinnen, Auszubildende, Soldatinnen, junge
und alte Frauen, deutsche und Frauen mit Migrationshintergrund. Wenn wir Frauen
uns zusammenschließen, können wir so viel erreichen – davon bin ich überzeugt
und dafür will ich mich weiter einsetzen.
© Dr. Marie-Kristin Hauke
Ich bin Historikerin und lebe seit 30 Jahren in Ulm. Zum Frauenforum bin ich über ein Ausstellungsprojekt zur Nachkriegszeit gekommen. Die Rolle der Frauen beim Aufbau der Demokratie nach 1945 hat mich sehr beeindruckt. „Frau sein heißt politisch sein“ – dieses Credo der damaligen Frauenvereine hat mich dazu gebracht, mich näher mit der historischen und gegenwärtigen Frauenbewegung zu beschäftigen.
Viele Themen haben sich leider immer noch nicht erledigt: Gewalt gegen Frauen, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit, Equal Pay Gap, strukturelle Benachteiligungen von Frauen im Alltag und und und… Die Geschichte zeigt aber auch: Wenn Frauen sich zusammentun, können sie viel bewegen. Das Frauenforum ist das beste Beispiel dafür – mich als Sprecherin für Themen, die Frauen bewegen, einzusetzen ist für mich gelebte Demokratie.
© Franziska Wiker
Mein Name ist Franziska Wiker und ich bin Mutter von zwei Kindern (8 und 6 Jahre alt). Ich bin 2018 das erste Mal und 2019 ein weiteres Mal Mutter geworden. Als meine Kinder auf die Welt kamen und ich mich in der neuen Rolle als Mutter wiederfand, löste dies bei mir eine Auseinandersetzung mit meinen eigenen negativen patriarchalen Glaubenssätzen, den bestehenden Rollenbildern und dem gesellschaftlichen Blick auf Frauen und Mütter aus, denen in der öffentlichen Meinung häufig unterstellt wird, sie würden nie, egal was Sie tun, vieles oder alles auf jeden Fall falsch machen. Das hat mich schnell so genervt, dass ich angefangen habe mich mit dem Patriachat, Femiziden, Feminismus und weiteren Themen rund um Gleichstellung und die Rechte von Frauen zu beschäftigen.
Gleichzeitig war ich ehrenamtlich für Radio free FM tätig und konnte anlässlich eines Filmes über den Tod von Jina Mahsa Amini Frauen interviewen, die aus dem Iran geflohen sind, in Ulm leben und von hier aus für die Revolution Frau, Leben, Freiheit kämpfen. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mich mehr für Frauen engagieren wollte. So kam es zur Kandidatur als Sprecherin des Frauenforums.
Ich wurde von den Frauen im Frauenforum mit dem klaren Auftrag Öffentlichkeitsarbeit gewählt und nehme diesen sehr ernst. Die Arbeit und das Netzwerk des Frauenforums ist sind ausgesprochen wichtig und muss mehr gehört und wahrgenommen werden, vor allem in der Stadtgesellschaft. Noch immer gibt es zu viele Frauen, die das Netzwerk nicht kennen.